Marktüberblick/Strategie

Wohnungsmarkt Niederlande – attraktive Investments trotz Regulierung

12.03.2021

Die Niederlande gehören zu den Ländern Europas, die ihren Wohnungsmarkt relativ stark regulieren. Ein näherer Blick verdeutlicht, dass die Einschränkungen für Investoren begrenzt sind und das Land für Investoren ein etablierter Investmentmarkt ist, der auf solider fundamentaler Grundlage einer wachsenden urbanen Bevölkerung steht.

Stärker als die meisten europäischen Länder zeichnet die Niederlande ein starker Stadt-Land-Gegensatz aus. Nach Angaben der Vereinten Nationen verloren ländliche Räume im letzten Jahrzehnt jährlich rund 1 % der Bewohner, in der Niederlande blieb die Zahl im Vergleich stabil. Dagegen zeichnet die Großstädte, vor allem die Metropolregion Randstad im Westen der Niederlande, ein starkes Bevölkerungs- und Haushaltswachstum aus, zumal die Bevölkerung des Landes insgesamt wächst – von derzeit 17,5 Millionen um prognostiziert eine Million Einwohner bis 2030. Weil seit Beginn der 2010er Jahr wenig gebaut wurde, hat sich am Wohnungsmarkt ein deutliches Angebotsdefizit herausgebildet: Nach Auswertungen von ABF Research weisen die Niederlande derzeit ein Wohnungsdefizit von 300.000 Wohnungen aus. Zwar hat sich der Staat zum Ziel gesetzt, dass jährlich 75.000 neue Wohnungen gebaut werden, doch wurde dieser Wert in den letzten Jahren trotz gesteigerter Fertigstellungen nicht erreicht. Aufgrund von Grundstücksknappheit und einer wachsenden Zahl von Umweltauflagen ist sogar davon auszugehen, dass der zusätzliche Bedarf bis 2025 auf 420.000 Wohneinheiten steigen wird.

Die Wohnraumknappheit in den Großstadtregionen treibt die Mieten. Nach Angaben des Statistikamtes der Niederlande sind die Mieten im Zeitraum Mitte 2019 bis Mitte 2020 landesweit um 2,9 % gestiegen, in Städten wie Amsterdam und Rotterdam um 3,5 % bzw. 4,1 %. In den letzten fünf Jahren lag das jährliche Wachstum am Gesamtmarkt bei 2,2 %. Dabei gilt der niederländische Wohnungsmarkt als stark reguliert – nur lassen diese Regulierungen erhebliche Steigerungsraten zu. So zogen die Mieten 2020 am regulierten Markt um 2,8 % an, marginal geringer als am freien Markt mit 3,0 %.

Für Investoren ist der Wohnungsmarkt in den Niederlanden ein etablierter Markt, an dem in den letzten Jahren jährlich Volumen von mehreren Milliarden Euro gehandelt wurden und der damit nach Deutschland und Großbritannien der liquideste Markt in Europa ist. Ein Großteil der Investments erfolgt durch heimische Investoren, doch hat der Anteil internationaler Anleger seit 2015 deutlich zugenommen und erreichte im Jahr 2020 rund 45 %. Der Markt besteht zudem nicht nur aus Amsterdam oder der Agglomeration der Randstad, sondern auch Großstädte wie Eindhoven oder Groningen ziehen Investoren an. Die Netto-Ankaufsrenditen liegen mit Werten um 3 % leicht über dem Niveau, das in deutschen Metropolen erzielt werden kann.

Der liquide Investmentmarkt und ein Vermietungsmarkt, der noch auf Jahre von der Knappheit an Wohnraum und steigenden Mieten geprägt sein dürfte, machen die Niederlande für Investoren attraktiv. Mit dem «Lee Towers 1» in Rotterdam hat sich der Living + Working ein weiteres Objekt in den Niederlanden gesichert.

Die nachfolgende Abbildung zeigt das Transaktionsvolumen im Wohnsektor in den Niederlanden.


Quelle: RCA

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