ROPO und Showrooming – Neue Trends im Handel

09.02.2022

Das Internet gilt als das Schreckgespenst des stationären Einzelhandels. Aber es gibt für diesen auch Möglichkeiten, um mit der digitalen Konkurrenz mithalten zu können.

Zum einen gibt es den ROPO-Effekt. ROPO bedeutet «research online, purchase offline» («online recherchieren, offline kaufen») und beschreibt das Phänomen, dass die Konsumenten sich im Vorfeld im Internet informieren, bevor sie offline, also im Einzelhandel, in den Filialen vor Ort, kaufen. Dieses Verhalten ist im Gesundheits-, Banken und Tourismussektor schon länger zu beobachten und greift immer mehr auf den Non-Food-Bereich über. Bei diesem Trend schätzen die Kunden besonders die persönliche Beratung vor Ort und die Möglichkeit, dass die Ware meist direkt mitgenommen werden kann. Daraus ergibt sich für den Einzelhandel eine Chance, der Konkurrenz des Internetshoppings entgegenzuwirken, denn Kunden legen Wert auf die individuelle Beratung in den Filialen. Die Händler können davon profitieren, indem sie ihren Internetauftritt optimieren (bspw. mit einem vollständigen Produktportfolio und ausführlichen Beschreibungen) und auch ihre Mitarbeiter auf diese Entwicklung hinweisen und entsprechend schulen.

Im Gegensatz dazu steht das Showrooming (vom englischen Begriff Showroom = Ausstellungsraum). Dies beschreibt das Verhalten von potenziellen Konsumenten, Waren im Fachhandel anzusehen, anzufassen oder auszuprobieren, sie aber dann online zu bestellen. Durch das zielgerichtete Konsumentenverhalten werden zur Kaufvorbereitung sowohl Beratungsleistungen unentgeltlich in Anspruch genommen als auch lokale Einzelhandelsflächen als bloßer Ausstellungsraum für den Online-Handel genutzt. Unter diesem Trend leiden Anbieter sowie Händler mit einem vielerorts erwerbbaren Sortiment. Händler, die hauptsächlich eigene Marken vertreiben, sind deutlich weniger betroffen. Insbesondere in der Möbelbranche nutzen große Onlineanbieter das Showrooming.

Damit zeigt sich deutlich: Auch mit der zunehmenden Digitalisierung und dem dadurch veränderten Kaufverhalten werden Flächen im Einzelhandel benötigt. Lediglich die Art der Nutzung verändert sich.

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