Mehr Haushalte, zu wenig Neubau, steigende Mieten: Europas Wohnungsmärkte stehen weiterhin unter Druck. Nach aktuellen Analysen unseres Research-Teams stiegen die Mieten zwischen 2015 und 2025 europaweit deutlich gestiegen sind: in Deutschland um 18 Prozent, in den Niederlanden um 29 Prozent, in Österreich um 47 Prozent und in Irland sogar um 74 Prozent. Die hohe Nachfrage spiegelt sich auch am Investmentmarkt wider: Im ersten Halbjahr 2026 entfielen 27 Prozent des europäischen Transaktionsvolumens auf Wohnimmobilien, 2025 waren es noch 21 Prozent.
Die Ursachen dieser Entwicklung sind vor allem struktureller Natur. In vielen Wachstumsregionen steigt die Zahl der Haushalte, während die Bautätigkeit hinter dem Bedarf zurückbleibt. In der EU stieg der Anteil der Einpersonenhaushalte von 36,8 Prozent im Jahr 2015 auf 40,5 Prozent im Jahr 2025. Das entspricht einem Plus von rund zwölf Millionen Haushalten.
Für Deutschland werden 2026 rund 185 000 Fertigstellungen erwartet, bei einem jährlichen Bedarf von etwa 320 000 Wohnungen. Zugleich wird Wohneigentum für viele Haushalte schwerer finanzierbar, wodurch der Mietmarkt zusätzlich an Bedeutung gewinnt.
Für Investoren ergeben sich daraus langfristige Chancen auf Mietwachstum, insbesondere in wirtschaftsstarken Städten und Regionen mit anhaltendem Bevölkerungszuzug. Gleichzeitig verlangt der Markt eine sorgfältige Auswahl: Bezahlbarkeit, Regulierung, Lage und Wohnungsgröße entscheiden darüber, wo steigende Nachfrage auch in tragfähige Erträge übersetzt werden kann.