Wohnen im Aufwind: Nachfrage trifft Knappheit

17.03.2026

Nachdem die Baugenehmigungen, aufgrund der abrupten Zinswende, ab dem dritten Quartal 2022 jäh einbrachen, zeigt insbesondere die Eurozone seit dem vierten Quartal 2024 eine deutliche Erholungstendenz. Auch Deutschland zieht an: Von Januar bis November 2025 wurden rund 215.500 Wohnungen in neuen sowie bestehenden Gebäuden genehmigt, plus 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Politik und Institutionen setzen zusätzliche Impulse: Seit Ende Oktober 2025 soll der „Bauturbo“ den Wohnungsbau in Deutschland vereinfachen und beschleunigen. Auf EU-Ebene wurde ein Plan für erschwinglichen Wohnraum angestoßen, über den Förderbanken und Institutionen bis 2029 rund 375 Milliarden Euro investieren sollen.

Trotz dieser positiven Tendenzen und unterstützenden Maßnahmen wird in Europa das Wohnraumdefizit voraussichtlich bis auf Weiteres nicht überwunden werden. Die Europäische Kommission geht von jährlich rund 650.000 zu wenig gebauten Wohnungen in Europa aus. Für Deutschland beziffert das Pestel Institut die Lücke in einer Studie von Januar 2026 auf 1,4 Millionen fehlende Wohnungen. 

Mietmärkte senden das deutlichste Signal

Diese Knappheit zeigt sich unmittelbar im Vermietungsmarkt. In 59 europäischen Topmetropolen stiegen die Spitzenmieten laut Catella zwischen Q3 2024 und Q3 2025 um 4,5 Prozent. In Deutschland legten die Angebotsmieten von Bestandswohnungen 2025 in den Top 7 nach Value AG um 3,9 Prozent zu. Wo Bedarf und Neubau dauerhaft auseinanderlaufen, stabilisieren sich Ertragsströme besonders in Lagen mit Qualität und zeitgemäßen Grundrissen.

Investmentmarkt: Wohnen zieht schneller an

Auf Grundlage dieser starken – und vor allem resilienten – Fundamentaldaten am Mietmarkt stehen Wohnimmobilien europaweit in der Gunst der Anleger ganz oben. 2025 erzielte Wohnen in vielen europäischen Märkten das höchste Transaktionsvolumen unter den Immobiliensektoren und erholte sich stärker als der Gesamtmarkt. Seit Q2 2024 gewann der europäische Wohninvestmentmarkt 39 Prozent seines Volumens zurück, während der Transaktionsmarkt ohne Wohnen im selben Zeitraum um 10 Prozent zulegte.

Quelle: MSCI/RCA, Stand 16.01.2026

Living + Working: Erträge verstetigen

2026 dürfte so weitergehen, wie 2025 endete: weiterhin intakte Vermietungsmärkte versprechen positive Mietentwicklungen, insbesondere in modernen Objekten in den nachgefragten Metropolregionen, wie sie im Living + Working zu finden sind. Wohnen ist mit 28,7 Prozent ein substanzieller Portfoliobaustein und passt in ein Umfeld, in dem Nachfrage und Angebotsengpässe parallel wirken. So profitiert der Living + Working nicht nur von der Resilienz der Assetklasse Wohnen, sondern auch von einem ausgewogenen Nutzungsartenmix, der Erträge stabilisiert und Risiken breit streut.

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