Swiss Life Living + Working* Newsletter März 2026
Liebe Leserinnen und Leser des Living + Working-Newsletters,
mit dem Frühling rücken auf den Immobilienmärkten wieder langfristige Perspektiven in den Fokus. In dieser Ausgabe widmen wir uns der Frage, weshalb eine Investition in das Segment Betreutes Wohnen nach wie vor attraktiv ist und warum Gesundheits- und Pflegeimmobilien strukturell an Bedeutung gewinnen.
Im Interview ordnet Nikolai Schmidt die aktuellen Entwicklungen im Health-Care-Segment ein und erklärt, wie gesellschaftliche Relevanz und wirtschaftliche Tragfähigkeit zusammenwirken. Mit der DOREAFamilie Berlin stellen wir Ihnen zudem eine Immobilie vor, die exemplarisch für diese Verbindung steht.
Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre!
Ihr Redaktions-Team des Living + Working Newsletters
Gesellschaftliche Relevanz trifft Investmentlogik: DOREAFamilie Berlin
Die Seniorenresidenz befindet in Berlin-Zehlendorf, einer der gefragtesten Wohnlagen der Hauptstadt. Das 2008 errichtete Gebäude mit rund 2.900 Quadratmetern Mietfläche ist seit 2019 Teil des Living + Working-Portfolios und steht exemplarisch für die strategische Ausrichtung im Bereich Gesundheitsimmobilien.
Die Einrichtung ist auf die Betreuung von Menschen mit Unterstützungsbedarf, insbesondere mit Demenz, spezialisiert. Neben seniorengerechten Zimmern prägen gemeinschaftlich genutzte Aufenthaltsbereiche und ein großzügiger Garten das Konzept. Die Kombination aus ruhiger, grüner Lage und guter Anbindung sorgt für eine hohe Standortqualität.
Für den Living + Working steht die Immobilie für eine Assetklasse, die von strukturellen Treibern profitiert und langfristig stabile Nachfrage verspricht. Gesundheits- und Pflegeimmobilien ergänzen den Portfolio-Mix um einen resilienten Baustein, der gesellschaftliche Relevanz und wirtschaftliche Tragfähigkeit verbindet.
Im Gespräch mit Nikolai Schmidt, Head of Health Care Real Estate Germany
Herr Schmidt, Pflege- und Gesundheitsimmobilien rücken immer stärker in den Fokus der Investoren. Was treibt die Nachfrage?
Der zentrale Treiber ist der demografische Wandel. Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt spürbar, gleichzeitig gibt es eine deutliche Versorgungslücke bei barrierearmen und betreuten Wohnformen. Hinzu kommt, dass sich die Versorgung zunehmend in den ambulanten Bereich verlagert. In Summe sehen wir ein strukturelles Ungleichgewicht. Die Nachfrage ist schlicht höher als das Angebot.
Warum gelten Gesundheitsimmobilien als besonders resiliente Assetklasse?
Das liegt vor allem an der Kombination aus langfristigen Mietverträgen und einer sehr stabilen Nachfrage. Die Nutzer sind stark an den Standort gebunden, und der gesellschaftliche Bedarf bleibt unabhängig von konjunkturellen Schwankungen bestehen. Genau das macht die Assetklasse so widerstandsfähig.
Gleichzeitig hört man immer wieder: „Ohne Neubau wird es nicht gehen.“ Wo liegt aktuell die größte Herausforderung?
Die Herausforderung liegt klar im Spannungsfeld zwischen hohen Baukosten und begrenzten Refinanzierungsmöglichkeiten. Die Mieten lassen sich nicht beliebig steigern, weil sie durch die Investitionskosten gedeckelt sind. Fördermodelle und politische Unterstützung sind deshalb entscheidend, damit neue Projekte überhaupt realisiert werden können.
Wie wichtig ist die Auswahl des richtigen Betreibers für den Investmenterfolg?
Sie ist entscheidend. Es braucht eine echte Partnerschaft auf Augenhöhe, Transparenz im Reporting und vor allem eine hohe Betreiberqualität. Themen wie Refinanzierungsfähigkeit oder der Umgang mit dem Fachkräftemangel spielen dabei eine große Rolle. Ohne ein tiefes Verständnis für den Markt und die Betreiberstrukturen geht es nicht.
Wie positioniert sich Swiss Life Asset Managers aktuell im Health-Care-Segment?
Wir setzen schon seit vielen Jahren gezielt auf diese Assetklasse. Inzwischen haben wir rund 3 Milliarden Euro investiert. Unser Portfolio ist breit aufgestellt und umfasst Pflegeimmobilien, betreutes Wohnen, Ärztehäuser und Spezialkliniken in ganz Europa. Dabei verfolgen wir konsequent einen langfristigen Ansatz und legen den Fokus klar auf Qualität statt auf reines Wachstum.
Pflegeimmobilien sind nicht nur Investments, sondern auch gesellschaftlich sensibel. Wie geht Swiss Life Asset Managers Deutschland damit um?
Gerade als Teil eines Lebensversicherers denken wir hier sehr langfristig. Für uns steht die Lebensqualität der Bewohner im Mittelpunkt. Gleichzeitig müssen die Konzepte wirtschaftlich tragfähig sein. Es geht also immer darum, soziale Verantwortung und stabile Erträge sinnvoll miteinander zu verbinden.
Wohin entwickelt sich der Markt in den kommenden fünf Jahren?
Wir werden voraussichtlich eine stärkere Verschiebung hin zu ambulanten Versorgungsstrukturen sehen. Gleichzeitig hängen viele Entwicklungen von den politischen Rahmenbedingungen ab. Der Kapitalmarkt dürfte weiter zurückkommen, und wir beobachten eine zunehmende Professionalisierung auf Betreiberseite.
Gibt es im Living + Working Portfolio eine Immobilie, die für Sie besonders gut zeigt, was eine zukunftsfähige Gesundheitsimmobilie ausmacht?
Ein Objekt, das mir direkt einfällt, ist die DOREAFamilie Berlin. Für mich bringt sie vieles zusammen: ein ruhiges, grünes Umfeld und gleichzeitig eine sehr gute Anbindung. Dazu kommt ein durchdachtes, nutzerorientiertes Konzept – genau diese Kombination macht für mich eine zukunftsfähige Gesundheitsimmobilie aus.
Pflege, Gesundheit, Wohnen: Immobilien für eine alternde Gesellschaft
Europa altert. Gleichzeitig verändern sich Wohn- und Versorgungsbedarfe grundlegend. Laut Statistischem Bundesamt wird die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland bis 2070 auf rund 6,9 Millionen ansteigen. Ende 2021 waren es noch 5,0 Millionen. Gleichzeitig ziehen immer mehr ältere Menschen in urbane Räume, in denen medizinische Versorgung, Infrastruktur und soziale Teilhabe gesichert sind. Pflege- und Gesundheitsimmobilien stehen damit im Schnittpunkt von Demografie und Urbanisierung – die beiden strukturellen Treiber wirken langfristig und stützen die Nachfrage dauerhaft.
Für Investoren gelten Gesundheitsimmobilien daher als besonders krisenfest. Die Nachfrage ist weniger konjunkturabhängig, Mietverträge sind häufig langfristig angelegt und der gesellschaftliche Bedarf bleibt dauerhaft bestehen. Swiss Life Asset Managers erkennt die gesellschaftliche Bedeutung dieser Assetklasse und investiert gezielt in entsprechende Konzepte. Im Living + Working ergänzt die Nutzungsart Health Care den Portfolio-Mix um einen weiteren resilienten Baustein, der Stabilität und Zukunftsfähigkeit verbindet.
Betreutes Wohnen als attraktives Investment für Wohnen im Alter
Der demographische Wandel erhöht den Bedarf an altersgerechten Wohnformen deutlich, bereits vor dem Eintritt ins Pflegeheim. Während Pflegeheime auf Hochbetagte abzielen, richtet sich Betreutes Wohnen an Menschen, die noch selbständig leben, aber bei Bedarf Dienstleistungen nutzen möchten. Es schließt die Lücke zwischen eigenem Haushalt und Pflegeheim und wird zudem zunehmend auch von Pflegebedürftigen als Wohnform gewählt. Die Verweildauer liegt mit über fünf Jahren deutlich höher als im Pflegeheim. Das Segment ist kaum reguliert, funktioniert wohnungsmarktüblich und ermöglicht getrennte Pflegeleistungen, wodurch das Betreiberrisiko gering bleibt.
Demografischer Wandel und steigende Nachfrage
Rund 70 % der Bevölkerung ab 65 Jahren sind 65–79 Jahre alt, nur etwa 30 % über 80. Damit ist die Zielgruppe im Betreuten Wohnen deutlich größer als in Pflegeheimen. Hinzu kommt, dass ältere Menschen ambulante Wohnformen traditionellen Pflegeheimen ausdrücklich vorziehen und teilweise sogar als Alternative sehen. Studien zeigen, dass vor allem Menschen ab 75 Jahren einen hohen Bedarf an betreuten Wohnformen haben. Diese Altersgruppe wächst in Deutschland und der Eurozone in den nächsten zehn Jahren stark und bietet damit ein verlässlich prognostizierbares Nachfragepotenzial.
Quelle: Oxford Economics, *faktisch relevante Bewohnerzielgruppe von betreutem Wohnen, **faktisch relevante Zielgruppe von Pflegeheimen als auch betreutem Wohnen
Ein Segment mit nachhaltigem Nachfrageüberhang
Jeder Nachfrage steht ein Angebot gegenüber. Gemäß Pflegemarkt.com, dem Marktführer für Pflegedaten in Deutschland, liegt die aktuelle Deckung des Bedarfs an betreutem Wohnen bei unter 70 %. Der Zentrale Immobilienausschuss (ZIA) taxiert, dass in Deutschland aktuell 400.000 bis 500.000 Wohneinheiten betreute Wohnungen fehlen. Angesichts des demografischen Wandels wird sich diese Lücke weiter vergrößern, was das Segment zu einem nachhaltigen Wachstumsmarkt macht.
Herausforderung: bedarfsgerechtes Angebot
Trotz hoher Gesamtnachfrage bestehen regionale Unterschiede. Strukturstarke ländliche Räume gelten als Wachstumsmärkte. Mikrolage, Erreichbarkeit und richtige Objektgröße sind ebenfalls entscheidend. Da Bewohner die Kosten selbst tragen, ist die lokale Zahlungsfähigkeit wichtig. Zudem weist ein großer Teil der Anlagen Modernisierungsbedarf auf; ältere Objekte werden schlechter nachgefragt und haben höhere Leerstände.
Wachstumsmarkt auf Objekt- und Transaktionsebene
Seit 2018 wächst das Angebot an Betreutem Wohnen in Deutschland stark; die Zahl der Einheiten ist seitdem um rund 29 % gestiegen, während die Anzahl an Pflegeheimen leicht rückläufig ist. Trotz Zuwachs bleibt der Bedarf ungedeckt. Bei Investoren trifft das Segment auf zunehmendes Interesse und macht in Europa rund 40 % der Gesundheitsimmobilieninvestments aus. Die liquidesten Märkte sind Großbritannien, Deutschland und die Niederlande. Anhand der Spitzenrendite lässt sich die Brückenfunktion zwischen Wohnen und Pflegeheim erkennen: In Deutschland liegt die Spitzenrendite von betreutem Wohnen bei 4,50 % – niedriger als bei Pflegeheimen (5,10 %), aber deutlich über klassischen Mehrfamilienhäusern (3,11 %).
Fazit: Innerhalb des Living-Segments trägt Betreutes Wohnen somit auf mehreren Ebenen zur Stabilität und Diversifikation bei und erlaubt eine attraktive Rendite-Risko-Beimischung.
Konjunktur Perspektiven
Um erfolgreiche Investitionsentscheidungen zu treffen, ist eine gründliche Analyse unerlässlich. Daher präsentieren wir Ihnen die wirtschaftlichen Aussichten, die vom Research-Team von Swiss Life erstellt wurden.
Termine
Private Banking Kongress: 22. April 2026 | München:
Der 39. Private Banking Kongress findet am 22. April 2026 in München statt und gilt als eines der bedeutendsten Foren für Wealth Management im deutschsprachigen Raum.
Wir freuen uns wieder mit dabei zu sein. Wenn Sie ebenfalls vor Ort sind, besuchen Sie uns gerne an unserem Stand oder nehmen Sie bereits jetzt Kontakt mit uns auf!
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Aktuelle Publikationen
Februar-Factsheet
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* Swiss Life REF (DE) European Real Estate Living and Working, WKN: A2ATC3
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