Interview mit Matthias Schmidt, Head Real Estate Development

03.03.2026

„Smart heißt Transparenz, nicht Technikshow“

Welche Rolle spielt die Assetklasse Wohnen in der Investmentstrategie von Swiss Life Asset Managers?

Wohnen ist für Swiss Life Asset Managers eine tragende Säule langfristiger Portfolios. Mehr als 30 Prozent unserer Immobilieninvestments entfallen auf Wohnimmobilien. Die Assetklasse ist weniger konjunkturabhängig als viele andere Nutzungsarten, verfügt über eine breite, stabile Mieterbasis und erfüllt ein zentrales gesellschaftliches Bedürfnis. Gerade als Teil einer Lebensversicherung ist diese soziale Verantwortung zentral: Investitionen in Wohnen verbinden Stabilität und planbare Erträge mit einem klaren gesellschaftlichen Nutzen. Genau diese Kombination aus Stabilität, Nachfrage und Relevanz macht Wohnen auch im Living + Working so wichtig.

Das Schlagwort „Smart“ fällt derzeit häufig im Zusammenhang mit Immobilien. Was bedeutet es aus Ihrer Sicht konkret?

„Smart“ bedeutet für uns nicht möglichst viel Technik, sondern die richtige digitale Grundinfrastruktur von Anfang an mitzudenken. Entscheidend ist, dass Energieverbräuche messbar sind, der Betrieb effizient gesteuert wird und Prozesse rund um Vermietung und Verwaltung reibungslos funktionieren. Dazu zählen auch digitale Lösungen im Quartiersmanagement sowie im Vermietungs- und Mietvertragsmanagement. Der Fokus liegt klar auf Betrieb, Wartung und Lebenszyklus, nicht auf technischen Spielereien. Im Living + Working setzen wir Smart-Lösungen gezielt dort ein, wo sie Nachhaltigkeit, Effizienz und Zukunftsfähigkeit messbar unterstützen.

Welche Smart-Funktion verbessert den Alltag der Mieter am stärksten?

Am wirksamsten sind Funktionen, die Transparenz, Sicherheit und Einfachheit schaffen. Dazu gehören vor allem klare Verbrauchsdaten für Strom, Wärme und Wasser, digitale Services für Mängelmeldungen und die Kommunikation sowie ein modernes Zutrittskontrollmanagement. Wenn Prozesse reibungslos funktionieren und Kosten nachvollziehbar sind, steigt die Zufriedenheit der Mieter und damit auch die Vermietbarkeit.

Rechnet sich Smart im Praxiseinsatz immer? Wo sehen Sie messbare Effekte im Betrieb?

Smart rechnet sich dort, wo es konsequent in den Betrieb integriert und von den Nutzern verstanden wird. Messbare Effekte entstehen vor allem durch Transparenz und Sensibilisierung, etwa bei Energieverbräuchen. Fehlverbräuche lassen sich so gezielt vermeiden und Einsparungen von 10 bis 30 Prozent sind realistisch. Hinzu kommen weniger Störungen durch frühzeitige Fehlererkennung sowie eine effizientere Wartung dank datenbasierter Instandhaltungszyklen.

Unabhängig von Technik: Was macht aus Ihrer Sicht heute ein zukunftsfähiges Wohnprojekt aus?

Die Grundlagen bleiben entscheidend. Lage und Mikrolage sind zentral, ebenso architektonische Qualität und flexible Grundrisse, die sich an unterschiedliche Lebensphasen anpassen lassen. Dazu gehört auch die Möglichkeit, Wohnungen zusammenzuschalten oder wieder zu trennen. Wichtig ist außerdem eine Bezahlbarkeit im Verhältnis zur Qualität sowie die Einbindung in ein funktionierendes Quartier mit guter Infrastruktur. Diese Flexibilität erhöht die Lebensdauer der Gebäude und sorgt dafür, dass Wohnprojekte langfristig nachgefragt sind und nicht nur aktuellen Trends entsprechen.

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