vom Single Use zum lebendigen Quartier

10.02.2026

In den 1960er- und 1970er-Jahren galt die Idee der reinen Arbeitsstandorte als zukunftsweisend: Arbeiten hier, Wohnen dort – effizient, funktional, gut erreichbar mit dem Auto. Nirgendwo lässt sich dieses Konzept besser nachvollziehen als in der Bürostadt Niederrad bei Frankfurt am Main. Jahrzehntelang konzentrierten sich dort Tausende Arbeitsplätze, doch mit der Zeit zeigte sich die Kehrseite: fehlende Infrastruktur, kaum Leben außerhalb der Bürozeiten, geringe Aufenthaltsqualität. 

Warum Single-Use nicht mehr funktioniert 

Heute stößt dieses Modell an seine Grenzen. Städte wachsen, Wohnraum wird knapper, und gefragt sind Quartiere, die Arbeiten, Wohnen und Alltag verbinden. Lebensqualität, kurze Wege und Nutzungsmischung sind zu entscheidenden Standortfaktoren geworden. Reine Büroareale verlieren dagegen an Attraktivität. 

Frankfurt-Niederrad: Von der Bürostadt zum Lyoner Quartier 

Bereits 2007 entstand – als Reaktion auf steigenden Büroleerstand und wachsende Wohnraumnachfrage – ein städtebauliches Konzept für das Lyoner Quartier. Seither entwickelte sich Schritt für Schritt aus der Bürostadt Niederrad, auch durch Umwidmung von Bürotürmen, ein gemischter Stadtteil mit Wohnungen, Nahversorgung und Grünräumen.  

Ein europäisches Pendant: Rotterdam 

Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich in Rotterdam. Dort entstanden in den 1970er-Jahren prominent am Marconiplein große Bürotürme für die Stadtverwaltung. Nach dem Auszug des Ankermieters , waren die Türme mit ihrer geringen Flächeneffizienz, hohen Betriebskosten und energetischem Nachholbedarf nicht mehr wettbewerbsfähig.  

Vom Büroturm zum Stadtbaustein 

Aus den ehemaligen Bürotürmen wurden moderne Wohnimmobilien, ergänzt durch Einzelhandel im Erdgeschoss – urban, angebunden, lebendig. Die Lee Towers stehen damit sinnbildlich für einen europaweiten Trend: Vom Single Use zum Mixed Use, vom reinen Arbeitsort zum lebendigen Stadtbaustein. Als einer der Lee Towers in den Fonds integriert wurden, war dieser Wandel bereits vollzogen. Als zeitgemäßer Realwert wurde er im richtigen Moment Teil des Portfolios. 

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