Swiss Life Living + Working* Newsletter September 2026

Liebe Leserinnen und Leser des Living + Working-Newsletters,​

was beschäftigt die Immobilien- und Real-Assets-Welt aktuell? Die Antworten darauf sind so vielfältig wie die Branche selbst: von veränderten Anforderungen an Immobilieninvestments über die nachhaltige Weiterentwicklung bestehender Gebäude bis hin zu Energie, Infrastruktur und Digitalisierung.

Wie breit das Spektrum inzwischen ist, zeigt sich auch auf der diesjährigen EXPO REAL. Vom 5. bis 7. Oktober trifft sich die Branche wieder in München. Unsere Expertinnen und Experten diskutieren auf zahlreichen Panels über die Themen, die den Markt derzeit bewegen.

Unser Research-Team richtet den Fokus derweil auf den europäischen Büroinvestmentmarkt und einen Faktor, der neben Lage, Qualität und Vermietbarkeit an Bedeutung gewonnen hat: die Ticketgröße.

Und schließlich geht es nach Amsterdam: Die Sanierung der Herengracht 282 ist abgeschlossen. Das über 400 Jahre alte Grachtenhaus verbindet heute historische Substanz mit moderner Arbeitswelt und zeitgemäßer Energieversorgung.

Von München bis nach Amsterdam: Wir wünschen Ihnen viel Freude mit der neuen Ausgabe!

Ihr Redaktionsteam des Living + Working-Newsletters

Historischer Charme mit frischer Energie: Herengracht 282

Ein Grachtenhaus aus dem Jahr 1620 fit für die Zukunft zu machen, ist keine alltägliche Aufgabe. Bei der Herengracht 282 in Amsterdam ist das jedoch wunderbar gelungen. Die umfassende Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes ist abgeschlossen und auch bei der Vermietung gibt es gute Nachrichten.

Mitten im historischen Grachtengürtel Amsterdams verbindet die Herengracht 282 mehr als 400 Jahre Geschichte mit den Anforderungen moderner Arbeitswelten. Auf 819 Quadratmetern Mietfläche sind zeitgemäße Büroflächen entstanden, ohne den besonderen Charakter des UNESCO-geschützten Umfelds aus den Augen zu verlieren.

Die energetische Modernisierung eines denkmalgeschützten Gebäudes ist kein Kinderspiel. Dennoch konnten zahlreiche Maßnahmen erfolgreich umgesetzt werden: Eine mechanische Lüftungs- und Klimaanlage auf Basis einer elektrischen Wärmepumpe übernimmt die Kühlung und Beheizung des Gebäudes und verbessert die Raumluftqualität. Wärmedämmglas in den Holzfenstern reduziert Wärmeverluste, während zusätzliche Dämmmaßnahmen im Dach die Energieversorgung verbessern. Solarpaneele erzeugen erneuerbare Energie, ergänzt durch ein Gründach zwischen den Gebäudeteilen.

Im Untergeschoss wurde die historische Küche erhalten. Gemeinsam mit weiteren Räumen steht sie den Mietern heute als gemeinschaftliche Meeting- und Aufenthaltsfläche zur Verfügung.

Dass das Konzept gut ankommt, zeigt die Vermietung: Drei Unternehmen aus den Bereichen Tax und IT-Consulting konnten als Mieter gewonnen werden. Damit ist das Gebäude derzeit zu rund 85 Prozent vermietet.

Historische Substanz zu bewahren und gleichzeitig Energieeffizienz und Aufenthaltsqualität zusammenzubringen, war bei diesem besonderen Gebäude eine anspruchsvolle Aufgabe. Das Ergebnis ist ein Stück Amsterdamer Geschichte, das jetzt bereit für sein nächstes Kapitel ist. 

282 Herengracht, Niederlande

Die Herengracht 282 verbindet historische Bausubstanz mit modernen und nachhaltigen Büroflächen in bester Amsterdamer Grachtenlage.

Noch eine Lücke im EXPO-Kalender?

Wenn sich die Branche vom 5. bis 7. Oktober zur EXPO REAL in München trifft, stehen viele Themen auf der Agenda, die weit über einzelne Assetklassen hinausreichen.

Auch Swiss Life Asset Managers in Deutschland ist in diesem Jahr wieder vor Ort. Im Mittelpunkt unseres Messeauftritts stehen drei Themenfelder, die uns aktuell besonders beschäftigen: robuste Immobilienstrategien in einem veränderten Marktumfeld, Infrastruktur- und Energiethemen als Bestandteil langfristiger Real-Assets-Portfolios sowie die Weiterentwicklung bestehender Immobilien durch aktives Asset Management, Dekarbonisierung und Digitalisierung.

Wie vielfältig die aktuellen Fragestellungen sind, zeigt auch das Programm unserer Expertinnen und Experten. Auf verschiedenen Bühnen der EXPO REAL diskutieren sie unter anderem über Infrastruktur, die europäischen Immobilieninvestmentmärkte, Gewerbeparks, Logistik, Healthcare und die Energiewende.

Treffen Sie uns vom 5. bis 7. Oktober am Stand C1/430 in München. Wir freuen uns auf den persönlichen Austausch!

Eine Übersicht der Panels mit allen relevanten Infos finden Sie hier.

 

Treffen Sie die Expertinnen und Experten von Swiss Life Asset Managers vom 5. bis 7. Oktober auf der EXPO REAL.

Büroinvestments: Warum marktgängige Ticketgrößen ein Liquiditätsvorteil sein können

Mit der Zinswende hat sich das Anlegerverhalten an den europäischen Immobilienmärkten verändert. Die Finanzierbarkeit einer Immobilie ist wieder zu einem zentralen Investitionskriterium geworden. Gleichzeitig achten Investoren verstärkt auf die langfristige Vermietbarkeit, ESG-Qualität und die spätere Veräußerbarkeit eines Objekts. Damit gewinnt auch die Liquidität einer Immobilie an Bedeutung. Entscheidend ist dabei häufig die Ticketgröße.

Breiteres Käuferuniversum als Stabilitätsfaktor

Insbesondere eine breite Investorenbasis kleinerer und mittlerer Objekte wirkt sich positiv auf deren Marktgängigkeit aus. Während im großvolumigen Segment die Zahl potenzieller Käufer begrenzt ist und Preisfindungsprozesse häufig länger dauern, besteht im mittleren Marktsegment eine kontinuierlichere Nachfrage.

MSCI/ RCA, Mittelwert über die Jahre 2023 bis August 2026

Gerade in Marktphasen mit erhöhter Unsicherheit wirkt sich die Heterogenität der Käufergruppe stützend auf die Liquidität aus. Transaktionsprozesse bleiben möglich, auch wenn einzelne Käufergruppen zeitweise zurückhaltender agieren. So wurden am europäischen Büroinvestmentmarkt trotz des rückläufigen Anteils institutioneller Investoren im Bürosegment bis 99 Mio. EUR im ersten Halbjahr 2026 660 Bürogebäude gehandelt, 15 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025. Das Marktgeschehen wurde insbesondere von privaten Anlegern getragen. Das Segment ab 100 Mio. EUR zählte im gleichen Zeitraum 71 verkaufte Bürogebäude, 69 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025.

Ticketgröße als Bestandteil des Risikomanagements

Für diversifizierte Immobilienportfolios und offene Immobilienfonds ist die Liquidität einzelner Assets von besonderer Relevanz. Neben stabilen laufenden Erträgen erhöht eine gute Handelbarkeit die Flexibilität im Portfoliomanagement. Objekte im kleinen und mittleren Volumensegment ermöglichen häufig nicht nur eine breitere Diversifikation, sie reduzieren gleichzeitig die Abhängigkeit von einzelnen, sehr kapitalstarken Käufergruppen und damit das Klumpenrisiko.

Marktgängigkeit wird zum zusätzlichen Qualitätsmerkmal

Kleinere und mittlere Größenklassen haben seit der Marktanpassung deutlich an Marktanteilen gewonnen. Für Investoren zeigt sich damit: Nicht nur Lage, Gebäudequalität und Vermietbarkeit entscheiden über die Attraktivität eines Büroobjekts. Auch eine marktgängige Ticketgröße kann zum Qualitätsmerkmal werden.

Die vollständige Analyse unseres Research-Teams können Sie hier nachlesen: Büroinvestments – Living and Working

Immobilien, Infrastruktur und die Sache mit den Schubladen

Ein Rechenzentrum bringt die vertraute Ordnung der Anlageklassen ziemlich zuverlässig durcheinander. Für Immobilieninvestoren ist es eine Spezialimmobilie. Im Infrastrukturportfolio firmiert dasselbe Asset als digitale Infrastruktur. Der Unterschied liegt weniger im Gebäude als in der Perspektive darauf. Denn sein wirtschaftlicher Wert bemisst sich nur zum Teil nach den Kriterien, mit denen Immobilien traditionell betrachtet werden. Entscheidend ist die Leistung, die an diesem Ort erbracht werden kann. Das Gebäude wird damit selbst zum Bestandteil einer Infrastruktur, auf die eine zunehmend digitale Wirtschaft angewiesen ist. Diese Verschiebung findet aktuell vor unseren Augen statt. Über Jahrzehnte gehörten Immobilien und Infrastruktur in eigene Investment-Schubladen. Heute greift diese Ordnung bei immer mehr Assets zu kurz.

Die Funktion verändert den Blick

Auch jenseits der digitalen Welt verschieben sich die Kategorien. Schulen oder Krankenhäuser sind Immobilien – und zugleich Teil der Infrastruktur, auf die eine Gesellschaft angewiesen ist. Selbst Polizeistationen oder Behördengebäude lassen sich so betrachten. Interessant ist, was das mit klassischen Immobilienkriterien macht. Lage verliert keineswegs an Bedeutung. Sie folgt nur einer anderen Logik. Für eine Feuerwache zählt, wie schnell ihre Einsatzkräfte ihr Gebiet erreichen. Ein Behördengebäude wiederum muss dort sitzen, wo seine Aufgabe es verlangt. Aus Lagequalität wird funktionale Nähe. Die Immobilie bleibt Immobilie. Doch ihr Wert lässt sich nicht mehr allein aus ihrer Fläche erklären.

Stabilität mit Perspektive

Für Investoren hat diese Nähe zur Infrastruktur ihren Reiz. Der Staat gilt als verlässlicher Mieter. Bei anderen Infrastrukturimmobilien sorgen langfristige Verträge für Planbarkeit. Vor allem aber bedienen viele dieser Gebäude einen Bedarf, der eher wachsen als verschwinden dürfte. Ihre Spezialisierung verlangt dennoch einen genaueren Blick. Je stärker eine Immobilie auf eine bestimmte Aufgabe zugeschnitten ist, desto anspruchsvoller kann eine spätere Umnutzung werden. Das muss kein Widerspruch zur Zukunftsfähigkeit sein. Gebäude lassen sich weiterentwickeln, technische Konzepte anpassen. Entscheidend ist, Veränderung von Anfang an mitzudenken. Auch darin rücken Immobilie und Infrastruktur näher zusammen: Zukunftsfähigkeit entscheidet sich zunehmend an der Fähigkeit zur Veränderung.

Konjunktur Perspektiven

Um erfolgreiche Investitionsentscheidungen zu treffen, ist eine gründliche Analyse unerlässlich. Daher präsentieren wir Ihnen die wirtschaftlichen Aussichten, die vom Research-Team von Swiss Life erstellt wurden.

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* Swiss Life REF (DE) European Real Estate Living and Working, WKN: A2ATC3

¹ EY Digitalisierungsstudie, https://www.ey.com/de_de/insights/strategy-transactions/ey-real-estate-digitalisierungsstudie-2025

Rechtliche Hinweise

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