Steimker Gärten, Wolfsburg, Deutschland

Marktüberblick/Strategie

Quartiersentwicklungen – „Living“ und „Working“ auf innerstädtischen Arealen

09.07.2021 

Quartiersentwicklungen sind ein wichtiger aktueller Trend in Stadtentwicklung und Immobilienwirtschaft, der von Investoren gerne aufgenommen wird. Verbinden sich doch in Quartieren der Megatrend der Urbanisierung und die Diversifikation über verschiedene Nutzungsarten mit den Anforderungen nachhaltigen Investierens in einem Produkt.

Die Stadtentwicklung in Deutschland wie Europa war jahrzehntelang vom Prinzip funktionaler Trennung von Wohnen und Arbeiten, einer aufgelockerten Stadt und damit einhergehender Verkehrsdichte geprägt. Die Idee von Stadtquartieren setzt auf eine kompakte Stadt, einen reduzierten (zusätzlichen) Flächenverbrauch und kurze Wege als zeitgemäßes städtebauliches Leitbild. Beispiel ist der Plan der Stadt Paris, sich zu einer „15-Minuten-Stadt“ zu entwickeln: Einrichtungen für Lebensbereiche wie Wohnen, Arbeiten, Versorgen, Lernen oder Erholen sollen innerhalb von 15 Minuten fußläufig erreichbar sein.

Ein Quartier beschreibt anstelle einer einzelnen Immobilie die Kombination mehrerer Objekte unterschiedlicher Nutzungen nach einem einheitlichen Gesamtkonzept. Grundlage solcher Stadtteilentwicklungen ist im Wesentlichen die Umnutzung ehemaliger Flächen für Industrie, Infrastruktur (Bahn) oder Militär, die durch Errichtung von Neubauten und, wenn möglich, Sanierung von ausgewählter vorhandener Bausubstanz neu oder vielfältiger genutzt werden.

Den Kern moderner Quartiersentwicklungen bilden vielfach die Nutzungsarten Wohnen und Büro/Arbeiten, für die jeweils ergänzend Einrichtungen von Handel und Gastronomie die Möglichkeit bieten, sich vor Ort zu versorgen. Hinzu kommen lokal passende Funktionen der sozialen Infrastruktur (Gesundheit, Betreuung, Bildung), aber auch Kultur-, Sport- und Erholungseinrichtungen bzw. -flächen. Und schließlich bedarf es einer entsprechenden Verkehrserschließung innerhalb des Quartiers und einer Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, Quartiersgaragen oder Sharing-Angeboten. Die Vielfalt an Einrichtungen hängt von der Größe und dem funktionellen Bedarf im Quartier ab, sofern entsprechende Einrichtungen nicht bereits im Umfeld vorhanden sind. Auch wenn der Fokus heute angesichts des großen Bedarfs vielfach auf den Wohnnutzung liegt, dürfen gemischt genutzte Quartiere mit Fokus Gewerbe/Arbeiten nicht vernachlässigt werden: Moderne, nahezu emissionsfreie Industrie und Produktion bilden den Nukleus, der ergänzt werden kann um Büros, Nahversorgung, Kinderbetreuung oder ein Hotel.

Für Immobilieninvestoren sind Quartiersentwicklungen aus verschiedenen Gründen attraktiv: Es handelt sich zumeist um innerstädtische oder zentrumsnahe Projekte in Groß- und Mittelstädten, die wirtschaftlich prosperieren und Zuwanderung erfahren. Moderne Quartierskonzepte ziehen aufgrund der Bündelung von Funktionen und damit verbundenen Lebensqualität Haushalte und Unternehmen an, wodurch Anlegern Stabilität und Diversifikation geboten wird. Nicht zu vernachlässigen ist das Thema ESG, da Quartiere Ausdruck einer nachhaltigen, z. B. flächenschonenden und verkehrsreduzierten Stadtentwicklung sind.

Der Living + Working verfügt in seinem Bestand über keine komplette Quartiersentwicklung, beteiligt sich jedoch an einzelnen Objekten innerhalb von Quartieren, wie das Wohnprojekt „Leo“ in Hamburg verdeutlicht. Darüber hinaus verfolgt die Strategie des Fonds die Grundidee eines Quartiers, indem vielfältige Nutzungen in einem Anlageprodukt zusammengeführt werden.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt mit Freunden teilen!

Das könnte Sie auch interessieren

Living + Working

Immobilienportrait der Wohnimmobilien in Stade (bei Hamburg) und Strausberg

Marktüberblick/Strategie

Wie geht’s weiter an Europas Immobilienmärkten?

Living + Working

Im Gespräch mit Anett Barsch