Wissenswertes

Was ist eine KVG?

Manches Mal ist es gar nicht so einfach, sich als normaler Privatanleger bei den finanztechnischen Begriffen noch auszukennen. Wissenswertes beleuchtet dieses Mal die Kapitalverwaltungsgesellschaft.

 

Eine KVG bzw. Kapitalverwaltungsgesellschaft ist ein Unternehmen mit Sitz in Deutschland, welches insbesondere Investmentfonds nach deutschem Recht verwaltet.

Für diese Kapitalverwaltungsgesellschaften gelten umfangreiche gesetzliche Regelungen. Neben allgemeinen Gesetzeswerken ist vor allem das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) von Bedeutung. Das KAGB regelt im Detail die Anforderungen zur Gründung und zum Betrieb einer Fondsgesellschaft. Dazu gehört unter anderem, dass sie in der Rechtsform als Kapitalgesellschaft (AG oder GmbH) mit einem Haftungsvermögen von mindestens EUR 500.000 gegründet werden muss. Darüber hinaus muss die Gründung durch die deutsche Finanzaufsicht (BaFin - Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) genehmigt werden. Eine Voraussetzung für die Genehmigung ist, dass die Kapitalverwaltungsgesellschaft elementare Aufgaben des Fondsmanagements selbst übernimmt, u.a. die eigentliche Vermögensverwaltung und die Auswahl der Zielinvestitionen (bspw. einzelner Aktientitel bei einem Aktienfonds oder auch die Auswahl der zu erwerbenden Immobilien bei einem Offenen Immobilienfonds). Zudem muss die Geschäftsführung bzw. der Vorstand der Fondsgesellschaft die entsprechende Eignung mitbringen, was von jeder einzelnen Person der Geschäftsführung bzw. des Vorstandes gegenüber der BaFin nachgewiesen werden muss.

Für die Kapitalverwaltungsgesellschaften von Offenen Immobilienfonds hat sich durch das seit 2013 geltende KAGB nicht viel verändert. Denn schon zuvor galt für sie das Vorgängergesetz über Kapitalanlagegesellschaften (KAG), wie die Fondsgesellschaften früher genannt wurden. Das neue KAGB hat vor allem einzelne europäische Vereinheitlichungselemente aufgenommen und umfasst als vielleicht größte Neuerung nicht nur wie bisher Offene Investmentfonds, sondern auch erstmals geschlossene Fondsvermögen.

Insgesamt kann man sagen, dass die Regelungen für die Fondsgesellschaften (Kapitalverwaltungsgesellschaften) nach deutschen Recht sehr streng sind und die Kontrolle durch die deutsche Finanzaufsicht ebenfalls dazu beiträgt, dass die Verwalter von Investmentfonds hierzulande als besonders professionell und sicher gelten.

Fotonachweis: Unsplash

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