Im Gespräch mit Dr. Christine Bernhofer, Geschäftsführerin der Swiss Life KVG «2021 wird sich die Erfolgsgeschichte des Living + Working fortsetzen.»

Der Swiss Life Living + Working hat inzwischen ein Fondsvolumen von fast 900 Millionen Euro. Wie zufrieden sind Sie mit dieser Entwicklung?

Trotz der Herausforderungen im letzten Jahr ist der Fonds beständig gewachsen. Dank der breiten Diversifikation nach Nutzungsarten und Ländern ist der Fonds sehr gut aufgestellt und mit unserem breiten Vertriebsnetz hatten wir in dem aktuell schwierigen Kapitalmarktumfeld Nettomittelzuflüsse. Sicherheitsorientierte Anlageformen wie der Living + Working sind offenbar gerade auch in unruhigen Zeiten gefragt. Insgesamt sind wir mit der Entwicklung des Fonds deshalb mehr als zufrieden.

Das neue Jahr hat gerade angefangen. Was erwartet die Immobilienmärkte in Europa?

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie beeinflussen weiterhin die Immobilienmärkte. Zugleich setzen sich die Megatrends wie die demografische Entwicklung, die digitale Transformation oder auch das Thema Nachhaltigkeit bzw. ESG fort. Mit Blick auf die unterschiedlichen Nutzungsarten ergibt sich folgendes Bild: Der Einzelhandelsmarkt bleibt geteilt zwischen weiter schwachen Innenstadtlagen und anhaltend starken Supermärkten und lebensmittelbasierten Fachmarktzentren. Die großen Büromärkte dürften weiterhin eine verhaltene Nachfrage verzeichnen. Während die Leerstände leicht anziehen, ist von wenig veränderten Mietniveaus für moderne, zentral gelegene Flächen auszugehen. An den Wohnungsmärkten sorgt eine robuste Nachfrage nach Mietwohnungen für anhaltendes Wachstum. Wohnraum in den Städten bleibt knapp und Gesundheitsimmobilien sowie Seniorenwohnheime bleiben gefragt. Mit der Ausrichtung auf die langfristigen Megatrends liegt der Living + Working also goldrichtig und unsere Anleger werden auch im neuen Jahr gute Aussichten auf grundsolide Erträge haben.

Was sind für Sie aktuell die größten Herausforderungen am deutschen Immobilienmarkt?

Wir sehen insbesondere die innerstädtischen Einzelhandelslagen sowie Hotels unter Druck. Den Präsenzhandel vor allem aufgrund der Online-Konkurrenz und die Hotels vorwiegend temporär durch die Pandemie.

Wie sieht die Anlagestrategie des Swiss Life Living + Working für 2021 aus?

Die Strategie, auf die Megatrends zu setzen und vor allem einen großen Anteil an Wohn- und Gesundheitsimmobilien in das Portfolio aufzunehmen, hat sich schon vor Corona bewährt. Auch der Fokus auf gegenüber dem Online-Handel relativ immune Fachmarkt- und Nahversorgungszentren zahlt sich aus. Im Bürobereich ist es ebenfalls wichtig, zukunftsfähig in modernste Flächen mit einer hohen Nachhaltigkeits-Qualität zu investieren. Hinzu kommt der Ausbau unserer Europa-Strategie.

Wo wird der Fonds in einem Jahr stehen?


Im Mittelpunkt steht immer das gesunde Wachstum – sprich, wir wollen nur so schnell wachsen, wie wir auch lukrative Immobilien ankaufen können. Und hier zahlt es sich aus, dass wir als Swiss Life Asset Managers so breit in Europa aufgestellt sind. Wir finden weiterhin gute Investitionsmöglichkeiten. In diesem Jahr wird der Fonds wohl die Marke von einer Milliarde Fondsvolumen überschreiten und vor allem auch den Anteil europäischer Immobilien außerhalb von Deutschland erhöhen. Die Erfolgsgeschichte des Living + Working wird sich damit fortsetzen.

Wie sieht es bei Ihnen persönlich mit den «guten Vorsätzen» aus? Haben Sie sich etwas Besonderes für 2021 vorgenommen?

Ich sehne mich danach, ganz viele persönliche Kontakte wiederaufleben zu lassen und neu zu knüpfen. Sobald ich geimpft bin, möchte ich dann auch wieder auf Reisen gehen, einmal, weil es mir fehlt, aber auch, weil die Menschen im Ausland dringend die Umsätze aus dem Tourismus brauchen.

Dr. Christine Bernhofer ist seit Oktober 2016 Geschäftsführerin und CEO der Swiss Life KVG. Seit Juli 2019 ist sie zusätzlich als COO für Swiss Life Asset Managers Deutschland tätig. In ihren Verantwortungsbereich fallen unter anderem die Entwicklung der Unternehmensstrategie, Fondsmanagement und Vertrieb. Zuvor war sie in leitenden Positionen bei Immobilientochtergesellschaften der UBS, TMW Pramerica sowie der MEAG. Die Diplom-Kauffrau studierte BWL an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, an der sie auch promovierte.

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