Marktüberblick/Strategie

Belgiens Gesundheitssektor: Wohltuend für Investoren!

Das Königreich Belgien mit seinen 11 Millionen Einwohnern liegt im Herzen Europas. Das liegt einerseits an seiner geographischen Lage zwischen Deutschland, Frankreich und der Nordseeküste.

 

Zum anderen ist Belgien bekanntlich Standort zahlreicher europäischer Institutionen. Als solches profitiert Belgien von einer stark diversifizierten Wirtschaft, die gewöhnlich als guter Frühindikator für die Eurozone gilt. Die Diversifikation spiegelt sich im Beitrag zur nationalen Wirtschaftsleistung sowohl von Brüssel (18 % des BIP) als auch von Antwerpen (19 %) wider. In Brüssel konzentrieren sich die Dienstleistungen, die zumeist öffentlich sind, während Antwerpen eher industriell und exportorientiert geprägt ist. Insgesamt erreicht Belgien einen Anteil von 4 % des BIP der Eurozone.

Die belgischen Immobilienmärkte sind transparent und liquide: Die Stellung Brüssels als Standort europäischer Institutionen macht die Stadt seit den 90er Jahren zu einem wichtigen Markt für grenzüberschreitende Investitionen. Seit 2016 lag das Transaktionsvolumen in Belgien bei durchschnittlich 4 Mrd. €, wovon 50 % auf Büros entfallen. Viele Investoren sehen Brüssel als Kernmarkt für eine diversifizierte paneuropäische Bürostrategie und Antwerpen als einen guten Standort sowohl für Büro als auch Logistik. Diese beiden Sektoren bilden die Kernmärkte, ohne andere Bereiche vernachlässigen zu dürfen, die ebenfalls nennenswerte Marktanteile erreichen: Handel, Hotel und der Gesundheitssektor. Im Einzelhandel ist der flämische Markt hauptsächlich für seine Vielfalt an Einkaufszentren bekannt, während Wallonien mit Brüssel für Haupteinkaufsstraßen berühmt ist. Das Hotelgewerbe in Belgien profitiert vom Gleichgewicht der Nachfrage von In- und Ausländern mit je rund 50 % Anteil, sowohl für Freizeit- als auch Geschäftsreisende. Und schließlich ist der Gesundheitssektor in den letzten Jahren bei Investoren immer beliebter geworden, wofür eine Reihe von Gründen spricht.

Bereits heute sind 17 % der belgischen Bevölkerung über 65 Jahre alt. Die Lebenserwartung liegt bei 85 Jahren (83,5 für Männer & 86,9 für Frauen), einer der höchsten Werte in Europa. Die Ausgaben für den Gesundheitssektor erreichen 10,4 % des BIP und liegen damit über dem Durchschnitt der OECD-Länder (8,8 %). Die wichtigsten Kennzahlen zum belgischen Gesundheitssektor werden häufig sowohl mit Deutschland als auch mit Frankreich verglichen: Die Gesamtausgaben pro Einwohner sind ähnlich hoch wie in Frankreich (20 % niedriger als in Deutschland), die Zahl der Krankenschwestern und -pfleger liegt bei 11,2 pro 1.000 Einwohner, verglichen mit 12,9 in Deutschland und 11,0 in Frankreich.

Älteren Menschen steht ein breites Angebot von der Seniorenwohnung bis zum Pflegeheim zur Verfügung. Es gibt ähnlich wie in Frankreich eine öffentliche Subvention für Menschen in öffentlichen oder privaten Pflegeheimen für die Dauer von 6 Jahren, die verlängerbar ist. Mit durchschnittlich 135.000 Betten pro 100.000 Einwohnern über 75 Jahre ist der Versorgungsgrad mit Pflegeheimen (EPHAD genannt) im europäischen Vergleich gut. Dabei gibt es einige regionale Unterschiede in Abhängigkeit von der jeweiligen Altersstruktur. So weist beispielsweise die Region Brüssel aufgrund hohen Bedarfs ein Niveau von 175.000 Betten auf. Investoren haben sich in den letzten zehn Jahren zunehmend in dem Sektor engagiert, vor allem über Sale-and-lease-back-Transaktionen – die langfristigen Mietverträge von 26 bis 37 Jahren sind ein starkes Argument. Gemessen an den Verkehrswerten dürfte der Gesundheitssektor rund 6 % zum gesamten belgischen Immobilienmarkt beitragen.

Investment in den belgischen Markt für Gesundheitsimmobilien bedeutet eine langfristige Sicherung der Cashflows. Der Living and Working hat mit einer Einrichtung für Betreutes Wohnen in Leuven ein solch solides Investment getätigt, den Link zur Immobilie finden Sie am Seitenende.

Ein Gastbeitrag von Dr. Béatrice Guedj, Head of Research & Innovation bei Swiss Life Asset Managers France.

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