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Wirtschaftsprognosen – Ein Einblick in die Welt der Ausblicke

Wirtschaftsforschungsinstitute, Bundesbank oder OECD veröffentlichen regelmäßig Prognosen zur wirtschaftlichen Entwicklung. Was genau beinhalten sogenannte Zukunftsprognosen, worauf basieren sie und wie zuverlässig sind sie?

In regelmäßigen Abständen veröffentlichen Wirtschaftsforschungsinstitute, Bundesbank oder OECD (neben weiteren Institutionen wie z.B. Bundesregierung, EU-Kommission oder IWF) Prognosen zur wirtschaftlichen Entwicklung in naher Zukunft. Grundlage einer solchen Vorhersage über den Verlauf der künftigen konjunkturellen Entwicklung ist die Erfahrung, dass der wirtschaftliche Prozess Regelmäßigkeiten unterliegt. Die Prognosen enthalten Konjunkturindikatoren, d.h. Kennzahlen und deren Veränderung im Zeitverlauf, z.B. Inflation, Arbeitslosigkeit oder Wirtschaftswachstum. Weiterhin gibt es «weiche» Konjunkturindikatoren, die eher auf der Einschätzung von Marktteilnehmern basieren, beispielsweise Einkaufs-Manager Indizes oder Börsen-Stimmungsindikatoren (Barometer) durch Anleger- bzw. Investorenbefragungen.

Ähnlich wie Wetterprognosen dienen Prognosen zur Orientierung. Vor allem wenn sich dadurch Wendepunkte abzeichnen, erleichtern sie eine zeitlich angemessene Reaktionsfähigkeit für das (wirtschaftliche) Handeln. Im Unterschied zu Wettervorhersagen können sich Konjunkturprognosen grundsätzlich auf die Wirtschaft auswirken. Je häufiger die Öffentlichkeit über vermeintlich vorhersagbare schlechte wirtschaftliche Entwicklungen in der Zukunft informiert wird, desto mehr tendiert sie dazu, weniger Geld auszugeben.

Sämtliche Prognoseverfahren sind äußerst komplex. Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) beispielsweise nutzt Daten zur Produktion, zu Aufträgen und Umsätzen, verfügt über 475 Gleichungen und 518 Variablen. Die Vielfalt der Verfahren und Indikatoren führt dazu, dass verschiedene Prognoseergebnisse zustande kommen. Grundsätzlich geht z.B. mit historisch ungewöhnlichen Situationen bzw. Phasen hoher Dynamik (Bsp. Finanzkrise 2008) eine entsprechend hohe Fehlervarianz bei den Prognosen einher.

Wie für die Gesamtwirtschaft (welt- oder landesbezogen) im Allgemeinen gibt es auch für die Immobilienwirtschaft im Besonderen regelmäßig Prognosen auf Basis von Indizes. So wird das Stimmungsbild eines der größten Wirtschaftszweige Deutschlands mittels des regelmäßig veröffentlichten Hypo Immobilienkonjunktur-Index erfasst. Immobilienakteure werden hierfür zur aktuellen Geschäftslage und den künftigen Erwartungen befragt. Insbesondere die Entwicklung von Kaufpreisen, Mieten und Investmentvolumina in den drei Marktsegmenten Büro, Einzelhandel und Wohnen stehen im Fokus, ebenso die Umsatz- und Personalentwicklung. Der Index ermöglicht, zyklische Schwankungen im Immobilienmarkt zu identifizieren.

Wirtschaftsausblicke geben in erster Linie eine Orientierung – für Unternehmen, Investoren, Sparer und Konsumenten. Ob sie eine gute Planungsgrundlage sind, zeigt sich erst im Verlauf.

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