Marktüberblick/Strategie

Wie setzt sich der Anlageerfolg bei einem Offenen Immobilienfonds zusammen?

Erfolg und Misserfolg Offener Immobilienfonds richten sich einerseits nach der Höhe der laufenden Erträge und der Steigerung der Immobilienwerte andererseits. Lesen Sie welche Unterschiede sich daraus ergeben.

Offene Immobilienfonds erzielen ihre Haupterträge mit den Mieteinnahmen aus den Fondsimmobilien. Im Gegensatz zu beispielsweise Aktienfonds, die vor allem Dividendenerträge und eventuell Kursgewinne realisieren, sind die Erträge der Grundstücksfonds damit vergleichsweise zumindest grob kalkulierbar, da die Mieterträge auf überwiegend längerfristigen Mietverträgen beruhen. Das ist auch ein Grund für die im Vergleich zu anderen Investmentfondsarten deutlich geringeren Wertschwankungen der Offenen Immobilienfonds.

Neben den Mieterträgen erwirtschaften Offene Immobilienfonds auch Erträge aus der Anlage ihrer liquiden Mittel, die überwiegend festverzinslich angelegt werden. Zusätzlich können auch die laufend gutachterlich festgestellten Verkehrswerte der Fondsimmobilien bei einer positiven Entwicklung zu einem Anstieg des Anlageerfolges beitragen. Denn in den gesamten Anlageerfolg eines Offenen Immobilienfonds fließen neben den laufenden Erträgen auch die Steigerungen der Immobilienwerte ein.

Dabei ist die Berechnung gut nachvollziehbar: Der Anlageerfolg ergibt sich aus dem Anstieg des Bruttovermögens abzüglich aller Verbindlichkeiten und Rückstellungen. Dieses Nettofondsvermögen wird durch die Anzahl der ausgegebenen Anteilscheine geteilt und man erhält als Differenz zwischen dem alten und neuen Anteilwert je Anteilschein den gesamten Anlageerfolg.

Dabei ist noch zu berücksichtigen, dass aufgrund der offiziell gültigen Berechnungsmethode des Fondsverbandes BVI die Kosten des Anteilscheinerwerbes (in der Regel der Ausgabeaufschlag) zur besseren Vergleichbarkeit mit Alternativanlagen außen vor gelassen werden. Darüber hinaus wird unterstellt, dass die zu einem großen Teil in den jährlichen Ausschüttungen an die Anleger weitergegebenen realisierten Erträge ohne Kosten wiederangelegt werden, was viele Anleger über eine automatische Wiederanlage der Ausschüttung ohnehin bevorzugen.

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