Offene Immobilienfonds bauen ihr Anlageobjekt selbst

Offene Immobilienfonds und Wertpapierfonds grenzen sich bekanntermaßen durch das Anlageobjekt klar voneinander ab. Die einen investieren in Grundstücke und Liegenschaften, die anderen in Aktien, Rentenpapiere und vieles mehr. Doch daraus ergeben sich Unterschiede, die über das Augenscheinliche hinausgehen.

Zunächst gilt: Wertpapierfonds investieren in der Regel in am Markt vorhandene „fertige“ Anlageobjekte, in dem sie meist über die Börse in entsprechende Wertpapiere investieren - per Mausklick wird nach einer vorher festgelegten Fondsstrategie Geld angelegt, um es etwas verkürzt zu sagen. Das geht bei Investitionen in Immobilien nicht, denn es handelt sich um sehr individuelle Anlageobjekte, die nicht austauschbar sind und natürlich sind einzelne Immobilien auch nicht börsengehandelt. Der Hintergrund ist gut nachvollziehbar: Der Wert und der Erfolg von Immobilien hängt von sehr vielen spezifischen Faktoren ab, der Lage bzw. dem Mikro- und Makrostandort, der Nutzungsart im entsprechenden Umfeld, dem Nutzungskonzept, dem technischen Stand, der Marketing-Strategie, der Marktphase, steuerlichen sowie rechtlichen Rahmenbedingungen und vielem mehr.

Zentral ist, Immobilienfonds müssen ihre Anlageobjekte quasi selbst machen, managen und tief in die Materie eintauchen. Immobilien erfordern ein viel höheres Maß an Aufmerksamkeit und Arbeitsinvestition als Wertpapierfonds. Denn sie müssen eingekauft, unter Umständen mithilfe externer Dienstleister modernisiert und ggf. baulichen, technischen oder energetischen Standards angepasst werden. Aufwände für Liegenschaftsverwaltung, Bauaufsicht, Vermietung und Verpachtung etc. kommen ebenfalls hinzu. Deshalb haben Offene Immobilienfonds zahlreiche Spezialisten aus der Immobilienbranche, wie Architekten, Bauingenieure, Immobilien-Kaufleute und Techniker, die sich um die Fondsliegenschaften kümmern.

Der Vorteil ist allerdings, Offene Immobilienfonds können nicht nur durch den Kauf und Verkauf des Anlageobjektes Einfluss auf den Erfolg nehmen, sondern gerade auch während der Haltedauer die Renditen optimieren.

Fotonachweis: Unsplash

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