Marktüberblick/Strategie

Non-Food-Discounter – Wachstumstreiber im Handel

Welche Erfolgsfaktoren stehen hinter Filialen von Discountanbietern und welche Schlüsse ergeben sich für die Immobilienwirtschaft?

Meldungen zu Neueröffnungen von Filialen oder Expansionsziele von dutzenden oder gar hunderten Geschäften bei Discountanbietern stehen in deutlichem Gegensatz zu Berichten von Problemen oder Insolvenzen bei zahlreichen bekannten Handelsmarken, gerade im Textilbereich. Welche Erfolgsfaktoren stehen hinter diesen Konzepten und welche Schlüsse ergeben sich für die Immobilienwirtschaft?

Anbieter von preisgünstigen Warensortimenten sind wichtige Treiber im Einzelhandel und dehnen ihr Filialnetz nicht nur in großen Städten, sondern auch in der Fläche aus – die sog. Non-Food-Discounter. Unter diesen Begriff fallen sowohl Textil- und Schuhanbieter, wie z.B. Deichmann, Kik oder Takko, als auch Drogeriemärkte wie dm oder Rossmann, aber auch Anbieter von Haushaltswaren (Action, Kodi oder Tedi). Kennzeichnend für diese Handelsketten ist ein Konzept, das den Preis in den Mittelpunkt der Geschäftsstrategie stellt, sowie ein Warenangebot für die Grundversorgung. Damit sind die Sortimente wenig konjunkturabhängig und zugleich aufgrund des Preisniveaus weitgehend resistent gegenüber der Konkurrenz durch Onlineanbieter.

Auch wenn Konsolidierung oder Vergrößerung in bereits versorgten Märkten ebenfalls Teil der Standortstrategie ist, so überwiegt die Expansion in zusätzliche Städte und Gemeinden. Beispielsweise hat der Drogeriemarkt Rossmann 2018 allein in Deutschland 40 zusätzliche Filialen eröffnet. Der Schuhfilialist Deichmann meldete Anfang des Jahres, dass für 2019 in Deutschland 30 neue Filialen in der Planung sind und 110 Filialen zur Modernisierung anstehen. Die Unternehmen expandieren auch in innerstädtischen Lagen, vor allem jedoch in gut erreichbaren Fachmarktzentren als Ankerpunkte der Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs, in denen sich –neben Lebensmittelhändlern– in der Regel zahlreiche Non-Food-Discounter konzentrieren.

Für Immobilieninvestoren ist dieses Handelssegment von Interesse, weil die Unternehmen nicht nur zusätzliche Flächen nachfragen, sondern häufig auch die Bereitschaft besteht, steigende Mieten zu zahlen. Am Investmentmarkt drückt sich die Attraktivität von Fachmärkten und Fachmarktzentren in einem seit Jahren hohen Marktanteil am Transaktionsvolumen im Handelssektor aus, aber auch steigenden Preisen bzw. rückläufigen Ankaufsrenditen.

Der Swiss Life Living + Working nimmt die Chancen in diesem Handelssegment wahr, wie der Ankauf einiger Fachmarktzentren unterstreicht, die Links zu den Immobilien folgen im Anschluss.