Im Gespräch mit Dr. Nelufer Ansari „Nachhaltigkeit ist uns wichtig.“

Welche Strategie verfolgt Swiss Life in Bezug auf ESG* und Nachhaltigkeit?

Wir setzen den Fokus auf zwei Bereiche: Zum einen wollen wir im Sinne der Betriebsökologie nachhaltig sein und zum anderen unseren Investment-Bereich nachhaltig ausrichten. Wir streben eine erhebliche Verringerung unserer umweltschädlichen Emissionen der eigengenutzten Immobilien an und möchten zudem das Bewusstsein unserer Mitarbeiter für einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen schärfen. Im Anlage-Bereich ruht unsere unternehmerische Verantwortung auf drei Säulen („Fiduciary Duty“, „Intergenerational Responsibility“ und „Active Stewardship“). Zentral bleibt unser Unternehmenszweck: das längere selbstbestimmte Leben.
*ESG = Evironmental, Social & Governance (Umwelt, Soziales und Lenkungsform/Art der Unternehmens-/Regierungsführung)

Was versteht man unter den drei Säulen Ihrer Nachhaltigkeitsverantwortung bei Investments?

Für uns bedeutet es die Berücksichtigung von Risiken als auch Chancen von Nachhaltigkeitsaspekten in unseren Investitionsentscheidungen („Fiduciary Duty“). Im Rahmen der „Intergenerational Responsibility“ kommt die Verantwortung für ökologische und soziale Aspekte ins Spiel. Als einer der größten Assetmanager in Europa und Eigentümerin des größten Immobilienportfolios möchten wir das Thema Nachhaltigkeit im Immobilien-Segment fördern. Mit „Active Stewardship“ nehmen wir daher aktiv Verantwortung für die nachhaltige Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft wahr.

Worin spiegeln sich Ihre Nachhaltigkeitsgrundsätze bei den Produkten wider?

Wir möchten Nachhaltigkeitskriterien im Sinne von ESG in all unseren Produktkategorien- und Investitionsentscheidungen umsetzen. Im Wertpapierbereich beziehen wir Nachhaltigkeitsbewertungen auf Basis von MSCI-Daten ein; im Immobilienbereich haben wir ein Rahmenwerk erschaffen, welches Nachhaltigkeitskriterien über den gesamten Wertschöpfungsprozess – von der Akquise über die Entwicklung/Sanierung/Revitalisierung bis zum Betrieb berücksichtigt.

Wie berücksichtigen Sie das Thema Nachhaltigkeit bei den Immobilien-Neueinkäufen für den Living + Working?

Für diese Neuankäufe haben wir uns zum Ziel gesetzt, die genannten Nachhaltigkeitskriterien anzuwenden bzw. umzusetzen. Wir prüfen auch die Teilnahme des Living + Working am internationalen Nachhaltigkeitsrating GRESB (Global Real Estate Sustainability Benchmark).

Spielen grüne Mietverträge auch bei den Objektankäufen eine Rolle?

Es ist natürlich wünschenswert, dass die Liegenschaften bereits über grüne Mietverträge verfügen – dies ist aber in den seltenen Fällen gegeben. Daher arbeiten wir daran, grüne Klauseln standardmäßig in allen unseren Mietverträgen aufzunehmen, welche über die Haltedauer bei allen neuen Vermietungen oder Mietvertragsverhandlungen im Zuge einer Verlängerung standardmäßig zum Tragen kommen soll.

Was finden Sie an der Verknüpfung von Immobilienbranche und Nachhaltigkeit spannend?

Immobilien vereinen Nachhaltigkeits- und finanzielle Interessen auf eine Weise, die zu einem Win-Win-Effekt führt. So führt die Optimierung von Liegenschaften unter Nachhaltigkeitsaspekten oftmals zu wirtschaftlichen Effekten. Gleichzeitig hat der Immobiliensektor die größten Hebel bezüglich Umweltnachhaltigkeit: Denn der Immobilien-Lebenszyklus ist einer der größten Energie- und Ressourcenverbraucher.

Wie gelingt Ihnen persönlich Nachhaltigkeit im Alltag?

Ich versuche bewusster mit den verfügbaren Ressourcen umzugehen. Zudem versuche ich so oft es geht, den ÖPNV zu nutzen und meine Müllmenge zu reduzieren. Letztlich fängt alles im Kleinen an und jeder Schritt von uns allen hilft. Denn jeder von uns trägt auch Verantwortung für zukünftige Generationen.

Dr. Nelufer Ansari ist Head Strategic & Special Tasks bei Swiss Life Asset Managers und verantwortet seit Juli 2019 die Entwicklung sowie Implementierung der Assetklassen- und länderübergreifende Nachhaltigkeitsstrategie. Zuvor war sie bei der BEOS AG als Projektmanagerin im Bereich Assetmanagement und Projektentwicklung tätig. Am Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit in der Immobilienwirtschaft der Universität Regensburg hat sie nach ihrem Master in Real Estate im Themenbereich „Nachhaltige Immobilienunternehmen“ promoviert.

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