Im Gespräch mit Dr. Christine Bernhofer, Ausblick 2020

„Unser Ziel des gesunden Wachstums haben wir konsequent umgesetzt.“

Dr. Christine Bernhofer erläutert im Interview die bisherige Entwicklung und zukünftige Erwartungen des L+W.

Der Swiss Life Living + Working hat kürzlich das Fondsvolumen von über einer halben Milliarde Euro überschritten. Wie zufrieden sind Sie mit der bisherigen Entwicklung des Fonds?

Sehr zufrieden – aber nicht nur, weil wir bereits zwei Jahre nach Vertriebsstart die 500 Millionen-Euro-Fondsvolumenmarke überschritten haben, sondern weil wir im Gleichtakt auch die passenden Immobilien ankaufen konnten. Für unsere ausgewählten Vertriebspartner konnten wir so den Fonds durchgängig für neue Anlegergelder offenhalten. Unser Ziel des gesunden Wachstums haben wir konsequent umgesetzt.

Wie sieht Ihre Prognose für 2020 aus?

Wir haben bewiesen, dass wir den Living + Working durch unseren innovativen Ansatz erfolgreich im Markt positionieren konnten. Das fällt natürlich immer mehr Banken, Sparkassen und freien Finanzberatern auf. Daher gehen wir weiterhin von einem dynamischen Wachstum aus. Im Mittelpunkt wird dabei immer das gesunde Wachstum stehen – sprich, wir wollen nur so schnell wachsen, wie wir auch Immobilien ankaufen können. Und hier zahlt es sich aus, dass wir als Swiss Life Asset Managers so breit in Europa aufgestellt sind. Von daher bin ich zuversichtlich, dass wir auch im kommenden Jahr sehr dynamisch wachsen. Vor allem, werden wir nach wie vor profitable Immobilien für die Anleger erwerben und eine attraktive Rendite erwirtschaften.

Wie schätzen Sie den deutschen Immobilienmarkt derzeit ein? Ist die Neuakquisition aktuell schwieriger als noch vor einem Jahr, gibt es weiter geeignete Objekte?

Aufgrund der Niedrig- und Negativzinspolitik bleiben verlässliche Anlagealternativen sehr rar und damit Immobilien im Fokus von privaten und institutionellen Anlegern. Die daraus entstandene enorme Nachfrage macht die Märkte sehr eng. Insofern wird die Akquisition neuer Fondsimmobilien so anspruchsvoll bleiben, wie im vergangenen Jahr, bei mindestens gleichhohen Preisen. Geeignete Objekte finden wir weiterhin. Hier profitieren wir von der Immobilienerfahrung und schlicht der Marktdurchdringung der Swiss Life als einer der größten Immobilieninvestoren Europas. Aktuell verwalten wir im Konzern über 86,5 Milliarden Euro.

Und wie schaut es aus Ihrer Sicht in den anderen Ländern Europas aus?

Da die Niedrigzinspolitik der EZB die ganze EU betrifft, haben wir speziell an den etablierten Investmentmärkten in Westeuropa eine sehr vergleichbare Entwicklung der Nachfrage und der Preisentwicklung. Osteuropa hat hingegen eine eher verhaltene Entwicklung, allerdings ist dort unseres Erachtens das Preis-Niveau zu hoch.

Für welche Segmente sehen Sie künftig die größten Wachstumschancen?

Im Living + Working wollen wir in allen vier Nutzungsarten wachsen. Wir sind hier mit der Multi-Nutzungsarten-Strategie optimal auf die Zukunftstrends ausgerichtet und bilden mit unserem Portfolio die großen sozio-ökonomischen Gesellschaftstrends in Europa ab. Zu diesen Megatrends zählen die demographische Entwicklung, die Urbanisierung oder auch der Einfluss des Internethandels auf den stationären Handel. Wir sind in diesem Umfeld genau dort aufgestellt, wo wir die langfristig lukrativsten und stabilsten Wachstumschancen sehen.

Wie schalten Sie nach langen Arbeitstagen ab und wie sieht Ihr Jahresausklang 2019 aus?

Abschalten kann ich am schnellsten, wenn ich bei meiner Familie bin oder mit meinem Pferd draußen in der Natur. Nach den tollen Erfolgen in 2019 werden wir im Januar im Team kräftig feiern und Anlauf für das neue Jahr nehmen. Darauf freue ich mich schon sehr.

Dr. Christine Bernhofer ist seit Oktober 2016 Geschäftsführerin und CEO der Swiss Life KVG. Seit Juli 2019 ist sie zusätzlich als COO für Swiss Life Asset Managers Deutschland tätig. In ihren Verantwortungsbereich fallen unter anderem die Entwicklung der Unternehmensstrategie, Fondsmanagement und Vertrieb. Die Diplom-Kauffrau studierte BWL an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, an der sie auch promovierte. Zuvor war sie in leitenden Positionen bei Immobilientochtergesellschaften der UBS, TMW Pramerica sowie der MEAG.