Marktüberblick/Strategie

Einzelhandel im Spannungsfeld zwischen guter Konjunktur und Strukturwandel

Wie sich aktuell der Einzelhandel entwickelt und warum gerade der Wettbewerb aus dem Internet nicht für alle stationären Einzelhandelsimmobilien ein Problem ist.

Deutschlands Einzelhandel profitiert vom guten konjunkturellen Umfeld: Die Handelsausgaben legten nach Angaben des Handelsverbands HDE im ersten Halbjahr 2017 nominal um 3,3% gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu, besonders stark der Online-Handel mit 9%. Im stationären Handel führen die Online-Konkurrenz, aber auch veränderte Konsum- und Freizeitgewohnheiten zu deutlichen Herausforderungen.

In vielen innerstädtischen Haupteinkaufsstandorten und Shopping Centern lassen sich negative Effekte des Strukturwandels beobachten: Rückläufige Nachfrage oder Trend zu Billiganbietern, sichtbare Leerstände bzw. längere Vermietungszeiten, woraus stagnierende oder sinkende Mieten resultieren, v. a. in weniger attraktiven Lagen. Diesem Trend können sich jedoch die Haupteinkaufsstandorte in den Top-Metropolen sowie ausgewählten Groß- und Mittelstädten dank hoher Aufenthalts- und Freizeitqualität, u. a. für Touristen, entziehen.

Als online-resistent erweisen sich zudem Handelsformate für die Grundversorgung, z. B. Fachmarktzentren. Lebensmittel- und Drogeriemärkte setzen weiter auf Expansion, ebenso Discount-Anbieter im Textilbereich – die Preisnachteile gegenüber dem Online-Shopping sind gering, es zählt für Kunden ein effizienter Einkauf. Großflächige Super- und Fachmärkte bieten zugleich Reserven bei zunehmender Digitalisierung, seien es Abholstationen für Click&Collect oder Stützpunkte für Lieferdienste.

Aktuelle Entwicklungen im Einzelhandel, beispielsweise die steigende Bedeutung von Gastronomie oder Tourismus, zeigt die jüngste Publikation der Swiss Life Asset Management: Insights Oktober 2017. Den weiterführenden Link finden Sie am Ende der Seite.

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