Co-Working & Co – Sharing Economy in der Immobilienwirtschaft

Die Bedeutung und Vielfalt der Sharing Economy breitet sich in der Immobilienwirtschaft aus. Neben der Expansion im Bürosektor schaffen die Betreiber weitere Konzepte zum gemeinschaftlichen Wohnen, Lernen oder Produzieren. Grundgedanke ist in allen Fällen die Vernetzung der Kunden als Mitglied einer globalen Community.

Die stärkste öffentliche Wahrnehmung erfährt weiterhin das Büroflächenkonzept des Coworking, das mit Namen von Betreibern wie WeWork, Regus/Spaces oder Design Offices verbunden ist. Coworking beschreibt im ursprünglichen Sinn, dass Einzelpersonen oder Start-ups Büroarbeitsplätze nach Umfang und Vertragslaufzeit flexibel mieten und gemeinsam nutzen, um ihre Projekte durch gegenseitigen Austausch von Wissen voranzutreiben. Heute werden Flächen jedoch auch separat an Nutzer, z. B. Abteilungen eines Konzerns, vermietet, womit Coworking vielfach für die flexible Nutzung von Büroflächen steht.

Die Anbieter von flexiblen Büros sind in jüngerer Vergangenheit stark expandiert, so dass deren Anteil am Büroflächenumsatz z.B. in London, Amsterdam oder Warschau nach Angaben des Analysehauses PMA in den letzten 3 Jahren bei über 10% lag, in Deutschland lagen Frankfurt und Berlin mit ca. 8% vorn. Der Anteil der flexiblen Büroflächen am Gesamtmarkt bleibt jedoch begrenzt: In Europa sind nach Auswertungen von Cushman & Wakefield Amsterdam und London mit 5,9% bzw. 4,6% am gesamten Büroflächenbestand an der Spitze. Für Deutschland wird der Bestand in den Top-5-Märkten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München Ende 2018 auf 610.000 Quadratmeter oder 0,8% des Gesamtbestands taxiert. Das Angebot von Coworking-Flächen beschränkt sich nicht auf die Metropolen. Vornehmlich nationale oder lokale Anbieter schaffen auch in Universitätsstädten, mitunter auch Klein- und Mittelstädten entsprechende Einrichtungen, um Gründer oder Künstler regional zu vernetzen und günstige Arbeitsbedingungen zu bieten.

Weiteres Wachstum der Branche beruht auf neuen Konzepten in weiteren Lebensbereichen. Beim “Co-Living“ mieten die Mitglieder möblierte Zimmer und teilen sich stylische Küchen und Gemeinschaftsflächen; hinzu kommen Services von Reinigung bis zu Freizeitangeboten. Die Konzepte reichen von dem Zeitgeist angepassten „Wohngemeinschaften“ für Studenten und Berufseinsteiger bis hin zu Angeboten für Selbstständige, die in der Community an ihren Projekten arbeiten. Die Community vor Ort und, je nach Anbieter, der Zugang zu einem globalen Netzwerk an Einrichtungen differenzieren diese Angebote von der individuellen Nutzung von Wohnraum z. B. in einem Boardinghouse.

Ein weiteres Segment bilden Angebote an Produktions- oder Werkstattflächen. „FabLabs“ bieten Start-ups oder Handwerkern neben dem Büro-/Kreativ-Bereich auch Infrastruktur für die Produktion wie Werkzeugmaschinen oder große 3D-Drucker, um ohne große Investitionen neue Geschäftsideen auszuprobieren. Dagegen erfüllen Konzepte für Logistikobjekte, die den Gebrauch der Fläche durch verschiedene Nutzer vorsehen, nicht den Gedanken der Vernetzung, sind jedoch ebenfalls Beispiel für Sharing Economy im Immobilienbereich.

Der Trend zur flexiblen Nutzung von Immobilien dürfte in Zukunft aufgrund der Anforderungen von Unternehmen wie Privatpersonen weiter an Bedeutung gewinnen. Immobilieneigentümer stehen vor der Herausforderung, das Produkt „Immobilie“ über einen externen Service Provider oder doch mit eigenen Konzepten und direktem Zugang zum Kunden zu positionieren.

Die Amsterdamer Büroobjekte im Living + Working werden von Anbietern von Coworking-Flächen genutzt, bieten aber zugleich die Möglichkeit, die Flächen an klassische Büronutzer zu vermieten.

Hier geht es zu den Living + Working-Immobilien.

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